in Publikumsschwund

DATEN-Theater – ein Sonderheft der Deutschen Bühne zum neuen Theaterstatistik-Portal

Der Deutsche Bühnenverein hat vor ein paar Tagen seine Rundumerneuerung der Theaterstatistik angekündigt (wie hier berichtet).

Zum Start des neuen Portals ist jetzt ein Themenheft der Zeitschrift „Die Deutsche Bühne“ (DBV) erschienen.

Ich begrüße diese Entwicklung ausdrücklich. In meinem Buch „Publikumsschwund?“ hatte ich dazu 2024 diverse Vorschläge gemacht.

Der Chefredakteur, Detlev Baur, schreibt im Vorwort an die Leser:innen:

Der Anlass für dieses Heft ist der Start eines neuen Dateneingabeportals der Theaterstatistik; Ziel dieser Publikation ist es, beide Statistiken vorzustellen, zu illustrieren und ihren kulturpolitischen Wert zu erläutern. Das Heft soll eine Etappe in der Entwicklung markieren und bei der Verbesserung der Theaterstatistik helfen. Damit die Theater auch weiterhin ihre Daten zur Verfügung stellen und sie damit für eine breite Öffentlichkeit nutzbar werden.

DATEN-THEATER, Themenheft.
Kostenloser Download als PDF hier.

Darin wird erstmals seit langer Zeit ausführlich auf 71 Seiten über die beiden unabhängigen Publikationen des Bühnenvereins, die Theaterstatistik und die Werkstatistik geschrieben.

Der Präsident des DBV, Carsten Brosda (im Hauptberuf Senator für Kultur der Freien Hansestadt Hamburg) schreibt in seinem Vorwort:

Theater und Bühnen sind nicht nur oft im Herzen der Stadt gelegen, sie nehmen auch eine vitale Rolle im Stadtgefüge ein. Die Statistik kann als EKG der Bühnenkulturverstanden werden. Genauso wenig wie ein EKG kann die Bühnenstatistik dem Sinn und Wesenskern des vermessenen Gegenstandes nahekommen. Aber sie liefert wichtige Indikatoren zum Allgemeinzustand und gibt Hinweise darauf, was es braucht, um kraftvoll lebendig zu bleiben

Im Abschnitt Blick in die Zukunft werden Akteure aus dem Bereich der Kulturpolitik und des Kulturmarketings nach Ihren Vorstellungen und Anforderungen an eine neue und zugänglichere Theaterstatistik befragt, so wünscht sich z.B. Prof. Birgit Mandel u.a.:

Anzahl der Besucher:innen insgesamt sowie nach Sparten (Sprechtheater, Oper, Kinder- und Jugendtheater) und nach Theatern in Metropolen (ab250.000 Einwohnern) im Vergleich zu kleineren Städten. Anzahl der Besucher:innen im Zeitvergleich.

Die Schauspielerin und Kulturmanagerin Laura Sundermann schreibt:

Toll wären, neben den reinen Zahlen, wählbare Diagrammformen, die in den verschiedenen Rubriken Vergleiche und Häufigkeiten, Entwicklungen und Zeitverläufe, aber auch Anteile und Zusammensetzungen sichtbar machen. Auch getrennte Betrachtungsmöglichkeiten öffentlich getragener Theater von Privattheatern oder unterteilte Darstellungsoptionen von Landestheatern, Stadt- und Staatstheatern sowie nach Bundesländern wären nicht nur für Forschungsvorhaben hilfreich.

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit der Theaterstatistik und habe in diesem Jahr die neuen Daten für 2023/24 erstmals zum Anlass genommen, interaktive Online-Grafiken zu verschiedenen Bereichen zu erstellen.

Beim folgenden Bild handelt es sich um einen Screenshot der interaktiven Auswertung der Spartendaten seit 1951/52 – die interaktive Grafik erreicht man durch Klick auf dem Link unter dem Bild (am Ende dieses Beitrags findet sich ein Video, das alle Grafiken kurz vorstellt):

Abbildung der interaktiven Auswertung der Spartendaten der Theaterstatistik seit 1951/52. Aufruf der Auswertung selbst hier. Weitere Auswertungen per Link im Footer.
[Hinweis: Die interaktiven Grafiken sind per Vibe-Coding mit Hilfe der KIs Gemini und CLAUDE entstanden. Warum und wie beschreibe ich einem eigenen Beitrag,
Link im Footer.]

Die Diplom-Soziologin Anja Lieresch, die im Statistischen Bundesamt tätig ist, wo die Theaterstatistik regelmässig als pars pro toto in die amtlichen Statistiken aufgenommen wird, weist allerdings auf ein großes Defizit der Theaterstatistik hin, der ich in meinem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet habe, der Unvollständigkeit der Theaterstatistik:

Da eine gesetzliche Grundlage zurKulturstatistik in Deutschland fehlt,fußt diese insbesondere auf vorhandenen Daten von Institutionendes Kulturbetriebs sowie relevanten amtlichen Daten. Aufgrund der inhaltlichen Tiefe und Qualität der Theaterstatistik ist diese ein wichtiges Fundament und schließt Lücken, welche die amtliche Statistik an dieser Stelle aufweist. Die Daten sind essenziell, um unterschiedliche Nutzendengruppen mit belastbaren Informationen zum Theaterbetrieb in Deutschland zu versorgen. Insbesondere politische Akteure benötigen regelmäßig verlässliche Daten, um evidenzbasierte Politik zu machen. In Zeiten multipler Krisen und Desinformationen kommt diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zu.

In den so wichtigen Summentabellen werden nur die öffentlich geförderten Theater aufgeführt. Privattheater, Festivals und neuerdings auch Produktionshäuser der freien Szene kommen zwar in eigenen Kapitel vor, sofern sie ihre Daten melden. Es fehlen aber wichtige Akteure:

  • Die INTHEGA-Theater (Interessengemeinschaft der Theater mit Gastspielen) sind mit über 400 Spielstätten in Deutschland der Garant für die Versorgung kleinerer Städte und ländlicher Gegenden. Sie verfügen über keine Ensembles sondern programmieren ihr Angebot über private Tourneetheater, die freie Szene und private Tourneetheater
  • Kommerzielle Anbieter wie Stage Entertainment und ATG mit ihren zahlreichen Produktionen wie „König der Löwen“ oder „Harry Potter und das verwunschene Kind“ mit Millionen von Besuchen

Im Weiteren folgt ein Kapitel zur Theaterentwicklung nach der Wende mit einem Rückblick auf Schließungen zu Beginn der 90er Jahre. Auch die paradoxe Doppelentwicklung von immer mehr Veranstaltungen und und sinkenden Besuchszahlen wird thematisiert. Die Personalentwicklung ist Thema und zeigt in einer Grafik (ohne Einzelzahlen) die Entwicklung der Solo-Beschäftigten nach Sparten.

Quelle: DATEN-Theater, Themenheft des Deutschen Bühnenvereins

Allerdings beziehen sich die Auswertungen im Themenheft auf die Zeit nach der Wende und beginnen mit der ersten Spielzeit, in der die neuen Bundesländer in die Theaterstatistik werden können: 1991/92. Dabei fällt sowohl die Entwicklung in der alten Bundesrepublik vor der Wende als auch die Entwicklung in der DDR unter den Tisch. Die Zunahme der Besuche (ca. +5 Mio Besuche 1991/92) ist natürlich auffällig (in der Grafik mit einer roten Linie markiert), nivelliert sich aber aber über die folgenden Jahrzehnte. Dieser Entwicklung habe ich ein eigenes Kapitel in meiner Analyse der Theaterstatistik gewidmet.

Besuchszahlen BRD u. DDR seit 1951/52 (Link)

Theaterstatistik vs. Werkstatistik

Dann macht sich das Themenheft zur Aufgabe, die beiden Publikationen Theaterstatistik und Werkstatistik miteinander zu vergleichen und voneinander abzugrenzen. Das ist dringend nötig, weil die Erhebungsbasis jeweils gänzlich anders ist:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Werkstatistik beschreibt das Repertoire der Theater. Die Einteilung der Sparten erfolgt hierbei nach ästhetischen Kriterien. Die Theaterstatistik versammelt hingegen betriebswirtschaftliche Zahlen der Betriebe, dementsprechend werden Sparten hier nach institutionellen Kriterien eingeteilt.

Die beiden Statistiken kommen bei den Besuchszahlen zu abweichenden Ergebnissen, weil sie diese gesondert abfragen. In der Theaterstatistik sind anders als in der Werkstatistik auch reine Orchesterbetriebe einbezogen, in der Werkstatistik dagegen auch kleinere, freie Theater oder Hochschulen mit öffentlichen Aufführungen. Während die Werkstatistik nur Repertoireaufführungen zählt, erfasst die Theaterstatistik auch einmalige Veranstaltungen.

Die Werkstatistik zeigt, welche Werke mit wie vielen Aufführungen und Besuchen gelaufen sind. Dabei werden eben auch Werke erfasst, die in der Theaterstatistik schlicht nicht vorkommen, weil die Veranstalter entweder nicht Mitglieder des DBV sind oder ihre Zahlen nicht nennen wollen.

Werkstatistik 2010/11 bis 2021/22: Produktionen mit der je höchsten Besuchszahl (die Festspiele in Oberammergau findet nur alle 10 Jahre statt);
aus: Glaap, „Publikumsschund?“, S. 148

Auch Statistik in der Kunst kommt nicht zu kurz: Ein ausführlicher Bericht stellt die „100% Stadt“-Performances vor, die Rimini-Protokoll über zwei Jahrzehnte in verschiedenen Häusern auf die Bühne gebracht hat. Zur Frage, ob Rimini-Protokoll zur eigenen Arbeit Statistiken führt, gab es aber wohl Gelächter beim Interview:

Quelle: DATEN-Theater, Themenheft des DBV

Institut für kulturelle Teilhabeforschung

Wie wichtig aktuelle Erhebungen sind zur Verfoglung aktueller Entwicklungen, stellt Vera Allmannritter vom Institut für kulturelle Teilhabeforschung (IKTF) in Berlin dar. Das IKTF beschäfigt sich mit Daten, die die Theaterstatistik schlicht nicht erfassen kann:

Das KulturMonitoring, in dem wir Besucher:innen von Kultureinrichtungen befragen, gibt Auskunft zur strukturellen Zusammensetzung des Publikums, also zum Beispiel Alter, Geschlecht, Bildung, beruflicher Hintergrund, aber auch zu sogenannten Kulturmilieus. Diese Kulturmilieus sind ein gut geeignetes Segmentierungsinstrument für Kultureinrichtungen, um Zielgruppen genau zu definieren und zu erfassen, wie viele Menschen aus diesen Zielgruppen sie bereits erreichen. Darüber hinaus lässt sich beobachten, wie sich die Zusammensetzung des Publikums verändert, wenn die Einrichtungen bestimmte Maßnahmen ergreifen – wie es viele Theater bereits tun. Aber eben, ohne die tatsächlichen Effekte dieser Maßnahmen zu evaluieren, um ggf. nachzusteuern.“

Krisengefüge der Kunst

Die Theaterstatistik über einen so langen Zeitraum am Leben UND die Zahlen vergleichbar zu halten, ist ein großer Verdienst und gleichzeitig ein Hemmschuh für die Weiterentwicklung. Das thematisiert Bianca Michels aus dem Projekt „Krisengefüge der Kunst“ in ihrem Beitrag „Vom Dazwischen und Ausserhalb“:

Angesichts der Bandbreite der erhobenen Formen und Formate und der vielgestaltigen Veränderungen in der Programmgestaltung zeigt sich, dass eine Grenzziehung zwischen Veranstaltungen mit und ohne „Theatercharakter“ zunehmend schwierig wird. Vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer Veränderungen verändern sich sukzessive auch die Erwartungen an Theater. Deshalb stellt sich die Frage, ob nicht das Gesamtangebot von öffentlich getragenen Theatern an die Zivilgesellschaft immer bedeutsamer wird und damit gerade auch das „Dazwischen“ und „Außerhalb“ inklusive der Veranstaltungen ohne eindeutigen Theatercharakter.

Der Dramaturg und die Theaterstatistik

Es folgt ein Interview mit dem Theaterautor und Chefdramaturgen des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken, Ulf Schmidt, der seine Erkenntnisse aus der Theaterstatistik 2014 auf einer Tagung der Dramaturgischen Gesellschaft vorgetragen hat. Ich erinnere mich deutlich an seinen Vortrag und war sehr froh, einen Mitstreiter gefunden zu haben: ich hatte seit Jahren mindestens die Besuchszahlen und die Abo-Entwicklung im Blick – alleine schon aus beruflichen Gründen als Mitarbeiter eines in den öffentlichen Theatern weit verbreiteten Ticketingsystems.

Ulf Schmidt:

Was diese Statistiken leisten können, ist vielleicht ganz gut vergleichbar mit der Klimaforschung. Während wir in unseren jeweiligen Häusern quasi von den Wetterphänomenen des Theateralltags absorbiert sind, machen die Theater- und Werkstatistikdaten überregionale gesellschaftliche Klimawandelphänomene sichtbar. Einige Wetterphänomene lassen sich wesentlich besser erklären, wenn man eine Klimaforschung im Hintergrund und die Entwicklungen der letzten 60 Jahre vor Augen hat. Man kann dann auch den Auswirkungen der lokalen Wetterschwankungen anders vorbauen. Wobei es nicht nur darauf ankäme, die Daten zu erheben, was ja an sich schon mit viel Aufwand verbunden ist. Ein zentraler Arbeitsschritt bestünde darin, aus den Ergebnissen der Datenanalyse dann Hypothesen und Erklärungsmodelle zu entwickeln, die umfassendere Wirkungszusammenhänge beschreiben. Welche sozialen oder medialen Einflussfaktoren haben zu bestimmten Entwicklungen geführt?

Datenraum Kultur – Ein Schnittstellenprojekt

Als vorletzter Beitrag folgt ein Bericht über den „Datenraum Kultur“, als Projekt einst initiiert mit oder von Claudia Roth als Staatsministerin für Kultur und Medien (Vorgängerin von Wolfram Weimer). Der „Datenraum Kultur“ sollte beispielhaft an einigen Use Cases (Terminus Technicus aus der Programmierung) die Digitalisierung im Kulturbereich vorbringen. Der DBV hatte den Use Case „Maschinenlesbare Spielpläne“ vorgeschlagen. Ein Schnittstellenprojekt für die Theater, die so ihre Spielpläne nach außen sichtbar machen sollten für unterschiedliche Anwendungszwecke, zuvörderst für Veranstaltungsportale. Das Projekt Open Repertoire Interchange Format (ORIF) lief von Anfang 2023 bis August 2025. Die Förderung ist ausgelaufen, ob und wie es mit dem Projekt weitergeht, ist offen.

Ich persönlich hätte mir eher einen Use Case wie „Kontinuierliche Belieferung der Theaterstatistik mit Besuchs- und Umsatzzahlen über Schnittstellen aus Ticketingsystemen“ gewünscht, Schnittstellen für Veranstaltungsdaten gab es schon vorher, sie waren nur nicht „Open Source“, wie von einer der Projektteilnehmerinnen gefordert, sondern stammten z. B. vom o.a. Ticketingunternehmen, es beruhte auf offenen Standards (JSON) und hätte jederzeit von anderen Anbietern in gleicher Weise implementiert werden können. Immerhin heißt es zum Schluss des Beitrags:

ORIF allein kann die Silostrukturen in Theatern, Forschung und Kreativwirtschaft nicht auflösen, schafft aber eine Möglichkeit, offene Daten unkompliziert zu teilen – perspektivisch auch zur Befüllung der Werkstatistik –, und regt dazu an, die eigene Datenwelt kritisch zu hinterfragen. Erste Theater haben ORIF bereits implementiert, Webagenturen, Veranstaltungsplattformen und Museen zeigen Interesse an der Schnittstelle des Bühnenvereins. Entscheidend ist nun, dass Wissen über Schnittstellen und Standards kein Spezialwissen bleibt, sondern in die alltägliche Praxis vieler Häuser und Sparten einfließt. Nur so können künstlerische Institutionen ihre Routinen und Zuständigkeiten weiterentwickeln, den souveränen Umgang mit ihren Daten gewinnen – und damit Zeit, Mittel und Energie wieder auf das zu richten, was im Zentrum stehen soll: die künstlerische Arbeit.

Umfragen: wer nutzt wie die Theaterstatistik?

In zwei Umfragen wurde die Bedeutung der Theaterstatistik für die Kulturpolitik und die Bedeutung der Werkstatistik für die Dramaturgie abgefragt. Aus der Kulturpolitik gab es 37 Antworten von Kulturdezernent:innen, Kulturamtsleiter:innen sowie weiteren Entscheider. Die überwiegende Mehrzahl der Antwortenden (69%) nutzt die Theaterstatistik 1x im Jahr.
Bei den Dramaturg:innen antworteten 48 Menschen. 31% nutzen die Werkstatistik monatlich, 50% einmal pro Jahr.

Wie könnte es weitergehen und ist das derzeitige System noch das richtige und wenn ja, wie lange?

Eine Strukturdebatte vermeidet das Themenheft, der Bühnenverein ist schließlich der größte Lobbyist seiner eigenen Arbeit. Ich zitiere daher erneut, wie in meinem Buch, aus einem Beitrag von Peter Grabowski, Kulturreporter, aus seinem Beitrag „Der Elefant im Raum – und ein möglicher Fluchtweg“ (Kulturpolitische Mitteilungen #181, II/2023):

So ein Systemwechsel bedeutet selbstverständlich eine große Herausforderung für alle Beteiligten und könnte nicht nur für manche Bühne zum bösen Erwachen aus einer Relevanz-Illusion werden. Die Bibliotheken, die Soziokultur, die sogenannten Bespieltheater außerhalb der Metropolen und vor allem die Kultur-Akteur*innen samt Freier Szene im ländlichen Raum würden auf diesem Wege aber ganz sicher nicht mehr nur wohlfeile verbale Wertschätzung erhalten, sondern endlich auch eine auskömmliche Finanzierung. Und für den seit Jahrzehnten im kulturpolitischen Raumgefangenen Elefanten verhieße es: Freiheit!

Der letzte Satz in meinem Buch „Publikumsschwund?“ lautet:

Die Theaterstatistik ist wichtig. Sie sollte unbedingt fortgeführt werden. Aber in anderer Form, mit anderen Mitteln und mit anderen Inhalten.

In diesem Sinne freue ich mich über den weiteren Ausbau, die Zugänglichkeit und die möglichen neuen Auswertungen, die sich in Zukunft ergeben mögen.

Was fehlt im Themenheft

  • Zeitliche Entwicklung vor 1991/92 (in meinem 2023 entstandenen Buch sind überwiegen die Daten von 1951/52 bis zur letzten vollständigen vorpandemischen Spielzeit 2018/19 enthalten)
  • Auswertungen nach Sparten
  • Die Personalentwicklung bei den ständigen vs. nicht-ständigen Mitarbeiter:innen
  • Der Blick auf die Vertriebsstrukturen, da der Aboverkauf sich massiv verschoben jat in Richtung Tageskarten (von über 50% Mitte der 60er Jahre hin zu ca. 16% 2023/24)
  • Der Entwicklung der Frei-, Presse-, Gebühren-, Steuer- und sonstiger rabattierter Karten (1951: ca. 1%, 2023/24 ca. 17%, s. Link weiter unten)
  • Ein Blick auf den Verkauf von Schüler- und Studentenkarten. Die Zahlen haben sich nicht wesentlich verändert, trotz aller Bemühungen, junges Publikum zu erreichen. Ob und wie erfolgreich die in vielen Städten kostenlos erhältlichen Karten für Studierende im Rahmen der Kultursemestertickets sind, ist nicht bekannt. Eine Studie der ASTEN zu diesem Thema wird seit längerem angekündigt und erwartet.
  • Familienstück/Weihnachtsmärchen: Schauspiel, Oper oder Kinder- und Jugendtheater? Hier meldet die Theater ihre Produktionen in unterschiedlichen Sparten, das macht die Auswertung schwer.
  • Betriebswirtschaftliche Themen: Einnahmeentwicklung und Betriebzuschüsse (s. Link unten)
  • Vergleiche mit anderen gesellschaftlichen Entwicklungen, z.B. Kinobesuchen, Zeitungsabonnements, Gewerkschaftsmitgliedschaften, Kirchenzugehörigkeiten etc.pp. – der gesellschaftliche Umbruch zeigt sich in vielen Bereichen, nicht nur die Theater sind davon betroffen (s.o. Ulf Schmitz, der fordert, die Daten in einen gesellschaftlichen Kontext zu bringen)
  • Die bereits o.a. INTHEGA als wichtiger Akteur im ländlichen Raum sowie kommerzielle Anbieter wie die Stage Entertainment u.a.
  • [Den Wunsch nach einer vollständigen Kulturstatistik, die alle Bereiche umfasst, habe ich in meinem Buch bereits formuliert.]

Einiges davon (und mehr) findet sich als ergänzende Lektüre in meinem Buch.

infos und Bestellmöglichkeiten hier.

Video mit einigen der interaktiven Online-Grafiken (Dauer ca. 5 min)

Quellen

Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins
Glaap, Rainer: Publikumsschwund? Ein Blick in die Theaterstatistik seit 1949, Springer, 2024
DATEN-THEATER – Themenheft zur Theaterstatistik

Interaktive Online-Grafiken zur Theaterstatistik bis 2023/24

Theaterstatistik BRD

Theaterstatistik AT


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