In meinem Buch „Publikumsschwund? Ein Blick in die Theaterstatistik seit 1949“ habe ich zahlreiche Daten aus der Theaterstatistik in Diagrammen dargestellt.
Interaktive Grafiken in einem Buch sind unmöglich, Online gibt es Dank der frei verfügbaren KI-Tools viele neue Möglichkeiten. Die folgende Grafik ist mit Google Gemini erstellt.
Die Grafik zeigt die Besuchsentwicklung seit 1951/52 nach Sparten und gesamt. Man kann sich einzelne Sparten ansehen und wahlweise die Werte einblenden. Die Saison 1965/66 ist in dieser Grafik die meistbesuchte Spielzeit in der BRD. Diese ist daher die Bezugsgröße für die Entwicklung einzelner Sparten.
Beim Tanz ist die Entwicklung überaus positiv, bei der Oper negativ, bei der Operette sehr negativ. Durch den Button „% Abweichung (Basis: 1965/66) kann diese Entwicklung nachvollzogen werden. Die prozentuale Darstellung ist in diesem Diagramm nur möglich für die „Besuche gesamt“ oder pro Sparte. Die Covid-Spielzeit 2020/21 kann wahlweise eingeblendet werden, da die Abweichung so stark ist, dass z.T. die Skalen zu sehr verzerrt werden.
Bitte beachten: die Einordnung der Zahlen bei den Besuchen im Kinder- und Jugendtheater ist einheitlich. Vorstellung für Kinder und Jugendliche waren bis 1972 gemeinsam in den Schauspielzahlen enthalten. Seitdem werden die Daten eigentlich getrennt dargestellt, aber nicht von allen Mitgliedern des Deutschen Bühnenvereins. Manche Häuser, wie z.B. das Theater Bremen, schlagen offensichtlich die Besuchszahlen des Familienstücks (früher: Weihnachtsmärchen) dem Schauspiel zu und nicht der eigenen Sparte für Kinder und Jugendliche, dem MOKS.
Weitere Informationen zu den Daten und ihrer Aufbereitung finden sich in meinem Buch.
Erläuterung zu den teils positiven Abweichungen in der Spielzeit 1995/96: Das ist die Auswirkung der Wiedervereinigung, die in den Zahlen von 1990/91 noch keinen Niederschlag gefunden hatte. Der positive Effekt der zusätzlich mitgezählten Besuche in den neuen Bundesländern ist deutlich sichtbar im Sprung von 15,6 Mio Besuche auf 20,6 Mio. Die DDR hatte aber zuvor schon, ebenso wie die BRD, einen ständigen Niedergang der Besuchszahlen erleben müssen.
Der DDR und ihrer Theaterbesuche habe ich ein eigenes Kapitel in meinem Buch gewidmet. Ein Blogbeitrag mit den Zahlen BRD / DDR ist in Vorbereitung.
Quellen
Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins
Glaap, Rainer: Publikumsschwund? Ein Blick in die Theaterstatistik seit 1949, Springer, 2024
DATEN-THEATER – Themenheft zur Theaterstatistik
Interaktive Online-Grafiken zur Theaterstatistik bis 2023/24
Theaterstatistik BRD
- Besuchsdaten BRD / DDR
- Vertriebsarten (Tageskarten, Abos, Besucherorganisationen, Frei- und Gebührenkarten etc.)
- Besuche nach Sparten
- Betriebszuschuss pro Bundesland seit 2000/01
- Metropolregion Nordwest (Bremen, Oldenburg, Bremerhaven)
- Personal
- Auslastung (Simulationsrechner)
- Personal/Besuche/Veranstaltungen
- Orchester, Konzerte, Besuche
- Besuche seit 1991/92 nach Sparten, Bundesländern oder Ost/West
Theaterstatistik AT
- Besuche & Abweichungen in %
- Subventionen u. Betriebseinnahmen (inflationsbereinigt)
- Theaterstatistik Österreich im Podcast buehneneingang.at
- Theaterstatistik Österreich: beim zuständigen Minister und Vizekanzler Andreas Babler nachgefragt
- Special: Werkstattbericht Vibe Coding der interaktiven Grafiken
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