
Der Deutsche Bühnenverein hat seine Mitglieder darüber informiert, dass für die neue Theaterstatistik 2024/25 erstmals ein neues Datenerhebungstool eingesetzt werden wird.
Die Erfassung soll über ein Portal erfolgen, bei dem sich autorisierte Benutzer ab dem 6.5.2026 registrieren und mit der Dateneingabe beginnen können.
Im Anschreiben heißt es:
Durch die neue Datenbank wird es keine grundlegenden Veränderungen zur bisherigen Abfrage geben, da es für die Langzeitauswertung und Nutzung der theaterstatistischen Zahlen von großer Bedeutung ist, auf vergleichbare Daten zugreifen zu können. Die technische Basis für die Datenerhebung und deren Unterbau ist jedoch grundlegend erneuert worden, insbesondere um sicherzustellen, dass die Daten dauerhaft im System verbleiben und langfristig genutzt werden können. Zudem werden Anpassungen ab jetzt leichter umsetzbar sein.
Der Erhebungszeitraum für die Theaterstatistik wird massiv verkürzt, die Daten sollen bis Ende Juni 2026 eingegeben werden. Damit einhergehen soll auch eine schnellere Verfügbarkeit der Auswertung, die Veröffentlichung der Theaterstatstik 2024/25 sei für den Herbst 2026 geplant, das wäre ein halbes Jahr schneller als bisher üblich.
Weiter heißt es dazu:
Nur so stellen wir sicher, dass diese wichtigen Daten für die aktuelle kulturpolitische Diskussion auch genutzt werden können.
Das ist uneingeschränkt zu begrüßen.
Kleiner Rückblick:
In meinem Buch „Publikumsschwund?“ (geschrieben 2023, veröffentlicht 2024) hatte ich im letzten Kapitel „Desiderata“ Vorschläge vorgelegt (S. 201):
Die Theaterstatistik wird sich verändern müssen. Während und nach der Pandemie hat sich gezeigt, dass ein großer Bedarf nach aktuellen Zahlen auch aus der Theaterwelt bestand. Eine schnellere Auswertung der Daten wäre wichtiggewesen.
Möglicherweise wäre es daher sinnvoll, den Umfang der Theaterstatistik zu verringern und sich auf die Daten zu beschränken, die schon Henning Röper 2000 vorschlägt (s. Kapitel „Kritische Befunde“):
• Erreichte Besuche
• Zuschauerbetrag je Besuch
• Angebotene Vorstellungen
• Zuschussbetrag je Vorstellung
• Anzahl Neuproduktionen
• Eigenfinanzierungsquote
• und möglicherweise einige weitere.Weniger Daten würden in den Theatern weniger Arbeit erfordern und könnten schneller erhoben und verarbeitet werden (heute dauert es bis zu 2 Jahre bis zur Publikation). […]
Die Daten sollten online zur Verfügung gestellt werden, z. B. über Schnittstellen zu den Ticketingsystemen (s. u.).Auswertungen sollten online verfügbar sein mit einem Dashboard für beliebige eigene Auswertungen. […]
Wichtig wäre auch, die vorhandenen historischen Daten digital aufzubereiten und für Vergleiche bereitzustellen (mit allen Einschränkungen, die weiter oben zur Vollständigkeit der Daten und Richtigkeit der Berechnungen ausgeführt sind).
Quelle:
Anschreiben des Bühnenvereins an seine Mitglieder aus dem Frühjahr 2026
Quellen
Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins
Glaap, Rainer: Publikumsschwund? Ein Blick in die Theaterstatistik seit 1949, Springer, 2024
DATEN-THEATER – Themenheft zur Theaterstatistik
Interaktive Online-Grafiken zur Theaterstatistik bis 2023/24
Theaterstatistik BRD
- Besuchsdaten BRD / DDR
- Vertriebsarten (Tageskarten, Abos, Besucherorganisationen, Frei- und Gebührenkarten etc.)
- Besuche nach Sparten
- Betriebszuschuss pro Bundesland seit 2000/01
- Metropolregion Nordwest (Bremen, Oldenburg, Bremerhaven)
- Personal
- Auslastung (Simulationsrechner)
- Personal/Besuche/Veranstaltungen
- Orchester, Konzerte, Besuche
- Besuche seit 1991/92 nach Sparten, Bundesländern oder Ost/West
- Düsseldorf stoppt den geplanten Neubau der Oper
Theaterstatistik AT
- Besuche & Abweichungen in %
- Subventionen u. Betriebseinnahmen (inflationsbereinigt)
- Theaterstatistik Österreich im Podcast buehneneingang.at
- Theaterstatistik Österreich: beim zuständigen Minister und Vizekanzler Andreas Babler nachgefragt
- Special: Werkstattbericht Vibe Coding der interaktiven Grafiken
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