in Publikumsschwund

Blind Date in der Oper: Sänger:innen und Regie

Paris – Hachette, Almanach, ca. 1922 – 1925, Preislisten und Saalpläne der Opéra Garnier und der Opéra Comique

Axel Brüggemann hat in seinem BackstageClassical-Blog den französischen Tenor Benjamin Bernheim interviewt.

Bernheim beklagt, dass Sänger:innen oft Jahre im voraus planen und Zusagen geben für Produktionen, für die noch nicht einmal das Regieteam feststünde – das sei quasi ein Blind Date in der Oper. Man sei als Sänger:in dem Regiekonzept faktisch ausgeliefert, ein gemeinsames Erarbeiten sei kaum möglich, wenn man möglicherweise erstmals zu Probenbeginn sechs Wochen vor der Premiere zusammentreffe.

Gleichzeitig warnt er davor, die

gesellschaftliche Bedeutung der Oper künstlich zu überhöhen und die Kunstform nach den Regeln der Popkultur vermarkten zu wollen. Die Oper müsse ihren tatsächlichen Platz in der Gesellschaft anerkennen – als wertvolle, aber begrenzte Nischenkunst.

[…]

Er warnt davor, die Kunstform mit den Maßstäben der Popmusik zu messen oder sie als Massenphänomen zu vermarkten. »Wenn wir versuchen, Oper als Popmusik zu verkaufen, lügen wir uns selbst an, bevor wir das Publikum anlügen«, sagt Bernheim.

Das komplette Gespräch ist als Podcast oder als Zusammenfassung erhältlich.

Quelle

»Die Oper wird schrumpfen«, BackstageClassical, 5.7.2026


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