in Publikumsschwund

180.000 Besuche, nur 700 Spenden: die Breminale 2026

Breminale 2025; Foto: Rainer Glaap

Fünf Tage lang hat auch in diesem Jahr das große Festival BREMINALE am Osterdeich in Bremen stattgefunden. Erwartet wurden zwischen Mittwoch und Sonntag (1.-5.7.2026) ca. 200.000 Besuche, erreicht wurden vermutlich ca. 180.000.

Das Festival lebt von zahlreichen Sponsoren und staatlicher Unterstützung. Der Eintritt ist frei, vermietete Stände und der Getränkeverkauf sind notwendig für ein ausgeglichenes Budget. Schlechtes Wetter wie in diesem Jahr kann da leicht ein Loch ins Budget reißen (2x Hochwasser bis auf den Deich und Regen sind für die Gastronomie nicht förderlich).

Da könnte man schnell auf die Idee kommen, dass die Besucher:innen doch leicht zum Erfolg beitragen könnten. Im vorletzten Jahr wurden – mit wenig Erfolg – sogenannten Soli-Tickets verkauft.

Ein „normaler“ Ticketverkauf verbietet sich wegen des weiträumigen Geländes am Osterdeich – Umzäunung und Kontrollen an verschiedenen Einlässen wären prohibitiv teuer.

Für dieses Jahr wurde ein „Fanclub“ aufgelegt in der Hoffnung auf zahlreiche Unterstützer:innen. Die Mitgliedschaft kostet ab €1/Monat, im Vergleich zu anderen Clubs, z.B. Sportvereinen oder dem Fitnessstudie, vernachlässigbar.

Aber: Ganze 700 Menschen haben eine Mitgliedschaft erworben, das sind ca. €8.400 – und das bei einem geschätzten Budget von ca. €800.000 – €1.000.000.

Man sollte doch meinen, dass den vielen Besucher:innen aus Bremen und dem Umland ein solches Festival so viel wert sein sollte, dass sie ordentlich zum Gelingen beitragen.

Oder ist das Publikum verwöhnt durch zu viel „umsonst und draußen“, wie:

  • Open Space Domshof
  • La Strada
  • Summer Sounds Festival
  • Festival Maritim
  • HOEG CitySommerFest

Die Enttäuschung der Breminale-Veranstalter über die mangelnde Resonanz ist jedenfalls nur allzu verständlich.

Quelle:

Rund 180.000 – Breminale mit weniger Besuchern als im Vorjahr, Radio Bremen, 5.7.2026


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  1. Im Berliner Jazzclub A-Trane. Vor dem Einlass stehe ich mit einem Dutzend anderer pünktlicher Besucher, die ihre Karten des Konzerts von Iiro Rantala und seiner Band vorbestellt haben. Der Weg zur Tür ist mit zwei an Messingstativen angebrachten dicken roten Kordeln gesäumt, unten eineinhalb Meter roter Teppich vor der Tür. Eine junge Dame öffnet die Tür, begrüßt uns Wartende wie eingeladene Gäste zu der Party des Jahres, eine andere Dame platziert uns an Tischen auf Barhockern und Bänken, sodass wir alle gut sitzen und die Bühne sehen können. Das Ticket kostet 30 Euro, nichts ist hier umsonst. Die Atmosphäre ist geführt und lässig zugleich, das Veranstaltungs- und Gastronomiehandwerk auf höchstem Niveau. Niemand hat hier das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden, das Verhältnis von Wert und Gegenwert ist gesund.