in Publikumsschwund

Lange Nacht im Deutschlandfunk Kultur: Über das Theatermachen

In der Reihe der langen Nächte im Deutschlandfunk wurde am 2.5.2026 die Theaterszene durchleuchtet. Autor war Konietzny, bei dem auch die Regie lag.

In zweieinhalb Stunden reist der Autor durch die deutsche Theaterwelt und macht Halt an den verschiedensten Stationen.

Leider beginnt der Abend schon mit einer schweren Unterlassung: In der Einführung heißt es, in Deutschland gebe es ca. 150 Stadt- und Staatstheater und noch einmal ebenso viele Privattheater.

Ein Blick in die Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins weist für 2023/24 diese Zahlen aus:

  • 136 Theater mit öffentlicher Förderung
  • 116 Privattheater
  • 4 Freie Produktionshäuser und
  • 12 Festspiele

In dieser Statistik fehlen die freien Gruppen, die Soziokulturellen Zentren und vor allem die große Zahl der INTHEGA-Mitglieder mit über 400 Mitgliedern mit über 500 Spielstätten, die keine Ensembles haben, kein Repertoire, die aber unverzichtbar für die Kultur in kleineren Orten und auf dem Land sind. Sie werden überwiegend von den Landesbühnen, den privaten Tourneetheatern und der freien Szene bespielt.

Auch die kommerziellen Anbieter wie die Stage Entertainment (u.a. König der Löwen, Frozen, Tarzan, demnächst „Der Teufel trägt Prada“) oder BB Promotion (Harry Potter u.a.) fehlen in der Aufzählung.

Besucht werden vom Autor:

  • Teil 1: Staatstheater Nürnberg, Theater Bremen, Theater Essen
  • Teil 2: Staatstheater Hannover, D’Haus Düsseldorf, Thalia Theater Hamburg, Kammerspiele München, Theaterakademie August Everding München
  • Teil 3: Residenztheater München, Theater Köln, Schauspiel Magdeburg, Festival Osten Bitterfeld, Berliner Ensemble

Im Einführungstext heißt es:

In einer medial überfüllten Gegenwart stellt sich eine alte Frage neu: Welche Rolle spielt das Theater heute und welche kann es noch spielen? Diese Lange Nacht folgt keinem Spielplan und keinem Feuilleton. Sie beginnt mit einer Begegnung und setzt sich fort nach der Logik eines Dominospieles. Von einer Theaterpersönlichkeit zur nächsten, wie ein heimlicher Staffellauf hinter den Kulissen. Horst Konietzny folgt dieser Spur quer durch die Landschaft des deutschen Schauspieltheaters: vom Schauspiel Nürnberg über das Theater Bremen, zum Schauspiel Essen, dann nach Hannover. Vom Schauspiel Köln, zum Theater Magdeburg hin zum Festival Osten in Bitterfeld. Weiter zum Berliner Ensemble, den Münchner Kammerspielen und so fort. So entsteht ein vielgestaltiger Gang durch Probenräume, Kantinen, Zuschauerräume und innere Landschaften. Eine Reise, erzählt aus der Perspektive derer, die Theater machen. […] Zwischen Ideal und Institution, Traum und Betrieb, fragt diese Lange Nacht nach der künstlerischen Wirksamkeit des Theaters und erkundet dessen Zukunft.

Perfekt für lange Reisen.

Quelle:
Lange Nacht, Deutschlandradio Kultur, 2.5.2026


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