in Publikumsschwund

Zuschauer:innen – die unbekannten Wesen?

Publikum; Foto: Rainer Glaap

Wolfgang Behrens (Kolumnist bei nachtkritik.de „Als ich noch ein Kritiker war“) hat sich in seiner neuen Kolumne mit Publikumstypen auseinandergesetzt.

Nach einem kleinen Seitenhieb auf die Marketingabteilungen der Theater, die als Mittel der Wahl die Zuschauerbefragung zur Publikumsanalyse wählen, bezieht sich Behrens auf Adorno, der schließlich auch ohne empirische Mittel eine Typologie musikalischen Verhaltens aufstellen konnte.

Er beschreibt also sechs Gruppen ganz ohne empirische Nachweise (hier nur kurz angeteasert, bitte das Original lesen!):

  1. Die Theaterleute selbst (eher interessiert an Gossip)
  2. Die Theaterexpert:innen (Vielgänger inkl. Theaterwissenschaftler:innen und Kritiker:innen)
  3. Die Bildungstheatergänger:innen (das belesene Bildungsbürgerpublikum, das sich gerne an die Inszenierungen von Peter Stein et al. erinnert)
  4. Die Gelegenheitstheatergänger:innen (gehen halt mit, wenn sie mal jemand fragt)
  5. Die Spaßtheatergänger:innen (vom Stadttheater gerne ignoriert, hier passt mal wieder ein Spruch, der gerne Kortner zugeschrieben wird: „War im Theater. Habe gelacht. Aber unter meinem Niveau.“)
  6. Die Ins-Theater-Gezwungenen: die armen Schüler:innen, die hier fürs Leben geschädigt werden

Ich empfehle auch die Kommentare, nicht ohne einen gewissen Stolz auf den Kommentar #1.

Quelle:

Behrens, Wolfgang: „Negative Zuschauerdialektik„, nachtkritik.de


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