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Ticket-Skandal in der NFL: Spieler und Mitarbeiter haben Karten zu überhöhten Preisen verkauft

Bild: Jimberg13, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, 1967,
via Wikimedia Commons

Die NFL greift durch: In einem beispiellosen Schritt hat die US-amerikanische Football-Liga über 100 Spieler und rund zwei Dutzend Vereinsmitarbeiter mit empfindlichen Geldstrafen belegt. Sie sollen ihre exklusiven Ticket-Kontingente für den Super Bowl weit über dem Nennwert auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft haben – ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien der Liga.

Was ist passiert?

Jeder NFL-Spieler hat das Recht, zwei Tickets für das größte Sportereignis des Jahres zum Originalpreis zu erwerben. Doch statt diese Karten selbst zu nutzen oder an Familie und Freunde weiterzugeben, haben viele die enorme Nachfrage und die astronomischen Preise auf dem Zweitmarkt ausgenutzt. Laut einer Untersuchung der NFL-Compliance-Abteilung wurden die Tickets an sogenannte „Bundler“ verkauft, die sie dann als Teil von überteuerten Luxuspaketen an wohlhabende Fans weiterveräußerten.

Die Konsequenzen

Die Strafen sind drastisch:

  • Spieler müssen das 1,5-fache des Ticket-Nennwerts als Strafe zahlen und verlieren für die nächsten zwei Jahre ihr Kaufrecht für Super-Bowl-Tickets (es sei denn, sie stehen selbst im Finale).
  • Mitarbeiter trifft es noch härter: Sie müssen sogar das Doppelte des Nennwerts zahlen.

Die NFL betonte in einem internen Memo, dass niemand persönlich von seiner Zugehörigkeit zur Liga auf Kosten der Fans profitieren dürfe.

Ein Blick nach Deutschland: Andere Länder, andere Sitten?

Ein solcher systematischer Ticket-Wucher durch aktives Personal ist aus deutschen Kultureinrichtungen glücklicherweise nicht bekannt. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass hierzulande im großen Stil mit Kontingenten für begehrte Produktionen, Premieren oder Sonderausstellungen Kasse gemacht wird.

Dennoch ist auch die hiesige Kulturlandschaft nicht völlig frei von „Gefälligkeiten“. Es ist ein offenes Geheimnis, dass in manchen Institutionen gelegentlich sogenannte Gebühren- oder Steuerkarten (eigentlich für Dienstzwecke oder als Freikarten für Mitarbeiter:innen gedacht) „unter der Hand“ im privaten Umfeld kursieren. Oft landen diese begehrten Karten dann bei Freunden oder Bekannten des Personals. Laut der letzten Theaterstatistik von 2022/23 sind mittlerweile 17% der ausgegebenen Karten Gebühren- Steuer-, Frei- und sonstige rabattierte Karten (s. Blogbeitrag).

Während das in Deutschland eher als Kavaliersdelikt oder gut gemeinte Geste unter Freunden wahrgenommen wird, zeigt der aktuelle Fall aus den USA, wie schnell aus einem privilegierten Zugang ein echtes Compliance-Problem werden kann.

Quellen:

Hult, Ava: NFL Fines 100 Players, Dozens of Team Employees for Super Bowl Ticket Scalping, MSN

Glaap, Rainer: Theaterstatistik: Ungesunde Entwicklung bei Gebühren-, Steuer-, Frei- und sonstigen rabattierten Karten, 30.3.2025


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