in Publikumsschwund

Neues Buch: „Theater: Zwischen Krisen“

Open Access: kostenloser Download in den
Formaten ePub u. PDF

nachtkritik.de stellt in einem Interview mit dem Theaterwissenschaftler Christoph Balme ein Forschungsprojekt der DFG vor.

Balme und sein Team haben sieben Jahre lang das „Krisengefüge der Künste“ untersucht. Im Interview mit Elena Philipp kommt er u.a. zu dem Schluss:

Der vorherrschende Legitimationsmythos von Theatern im deutschsprachigen Raum war es bis etwa zur Jahrtausendwende, dass die Aufgabe von Theater darin besteht, Kunst auf hohem Niveau zu produzieren. Diese Antwort hört man heutzutage nicht mehr. Theater wird als soziale Institution positioniert, die darstellenden Künste müssen soziale Probleme behandeln, Diversität reflektieren und die Stadtgesellschaft abbilden. Das ist, glaube ich, das zentrale Krisensyndrom, mit dem sich die Theater bis heute auseinandersetzen müssen. Ihre Antworten werden nicht immer positiv aufgenommen, gerade von einem Abonnentenpublikum oder der Kritik, die eher die Theaterkunst im Vordergrund sehen wollen und nicht die sozialen Fragen. Die Münchner Kammerspiele waren hierfür immer unser Untersuchungsbeispiel, weil man dieses Spannungsfeld dort genau beobachten konnte: Ein Theater verschreibt sich einem anderen Legitimationsmythos und bekommt darauf eine negative Antwort von Publikum und Presse. In München hat das zur Nichtverlängerung der Intendanz von Matthias Lilienthal geführt.

Im Fazit betont er, dass die Resilienz der Institution Theater bisher hoch ist. Die Zustimmung in den Stadtgesellschaften, zumindest in West-Deutschland, ist hoch. Wie sich die Lage in ostdeutschen Theatern entwickeln wird, sollte die AfD wirklich in einem oder mehreren Bundesländern einmal die Regierung bilden, sie dahingestellt.

Das Buch „Theater: Zwischen Krisen – Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart“ ist als Open-Access Publikation erschienen und kostenlos in den Formaten ePub und PDF erhältlich.

Quelle


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