in Publikumsschwund

Freikarten sind auch keine Lösung

Bild: KI

Ein voller Saal fühlt sich gut an, aber Freikarten (Comps auf englisch für complimentary tickets) sind oft ein teures Pflaster für Kulturbetriebe. Der aktuelle Beitrag von TRG Arts macht deutlich: Wer Plätze verschenkt, um die Nachfrage künstlich anzukurbeln, zahlt oft einen unsichtbaren Preis.

Die Kernpunkte des Artikels:

  • Fehlende Kundenbindung: Freikarten-Empfänger konvertieren selten zu zahlenden Stammgästen; sie lernen primär, dass Kunst nichts kosten muss.
  • Fehlende Kundendaten: Oft werden Freikarten ohne saubere Datenerfassung vergeben, was die Analyse des echten Publikumsverhaltens verfälscht.
  • Entwertung der Marke: Ein Übermaß an Gratis-Tickets signalisiert geringe Relevanz und untergräbt die Preisstabilität.

Das Problem ist nicht neu, aber die Daten von TRG Arts zeigen, dass „Füllen um jeden Preis“ die langfristige finanzielle Gesundheit gefährdet. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen aus einem früheren Beitrag über die hohe Anzahl von Freikarten in deutschen Theatern („Theaterstatistik: Ungesunde Entwicklung bei Gebühren-, Steuer-, Frei- und sonstigen rabattierten Karten“), in dem ich bereits kritisiert habe, wie sehr diese Praxis die Besuchszahlen verzerrt.

Statt Löcher mit Gratis-Tickets zu stopfen, sollten die Kulturbetriebe lieber in echtes Beziehungsmanagement investieren – denn ein „verkaufter“ Platz ist mehr wert als ein „besetzter“.

Quellen:

„Comps: The Hidden Cost of Filling Seats for Free“, TRG Arts, https://trgarts.com/blog/comps-the-hidden-cost-of-filling-seats-for-free?, 22.6.2026

Glaap, Rainer: Theaterstatistik: Ungesunde Entwicklung bei Gebühren-, Steuer-, Frei- und sonstigen rabattierten Karten, https://publikumsschwund.com/2025/03/30/theaterstatistik-ungesunde-entwicklung-bei-gebuhren-steuer-frei-und-sonstigen-rabattierten-karten/, 31.3.2025


Entdecke mehr von Publikumsschwund

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen